Vermeer Gemälde — Frau mit Wasserkrug, Rijksmuseum Amsterdam
AusstellungRijksmuseum

Vermeer im Rijksmuseum: Die größte Retrospektive aller Zeiten

Erstmals sind 28 der 37 bekannten Gemälde Johannes Vermeers an einem Ort versammelt — ein historisches Ereignis der Kunstwelt.

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Dr. Lena Hoffmann

Kunstkritikerin · museum-of.art

28. März 20268 Min. Lesezeit

Es ist ein Ereignis, das Kunsthistoriker in aller Welt als einmalig bezeichnen: Für die große Vermeer-Retrospektive im Rijksmuseum Amsterdam wurden 28 der nur 37 weltweit bekannten Gemälde des niederländischen Meisters zusammengeführt. Was auf dem Papier wie eine kuratorische Leistung klingt, ist in Wirklichkeit ein diplomatisches Wunder — jahrelange Verhandlungen mit Museen auf vier Kontinenten.

Johannes Vermeer, geboren 1632 in Delft, schuf in seinem kurzen Leben von nur 43 Jahren ein schmales, aber unvergleichliches Werk. Seine Gemälde zeigen zumeist intime Szenen des bürgerlichen Alltags: eine Frau, die einen Brief liest, ein Mädchen mit Perlenohrring, ein Wissenschaftler am Globus. Doch was sie unsterblich macht, ist das Licht.

Die Leihgaben kamen aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, der National Gallery of Art in Washington, dem Städel Museum in Frankfurt und dem Mauritshuis in Den Haag. Jedes Gemälde musste klimatisiert, versichert und unter Polizeieskorte transportiert werden. Die Gesamtversicherungssumme: über zwei Milliarden Euro.

Wer die Möglichkeit hat, Amsterdam zu besuchen, sollte diese Ausstellung zur Priorität machen. Es ist eine dieser seltenen Gelegenheiten, bei denen Kunstgeschichte buchstäblich greifbar wird.

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