Petra Schulz leitet seit zehn Jahren eines der bedeutendsten Kunsthäuser Deutschlands. Im Gespräch erklärt sie, warum die Digitalisierung keine Bedrohung, sondern eine Chance für Museen darstellt.
Frau Schulz, digitale Führungen, VR-Erlebnisse, Online-Sammlungen: Verändert die Digitalisierung das Museum grundlegend?
Ja, aber nicht in dem Sinne, dass das physische Erlebnis ersetzt wird. Digitale Angebote sind Einladungen. Sie wecken Neugier, sie machen Kunst zugänglich für Menschen, die vielleicht noch nie ein Museum besucht haben. Aber das Original — die Textur eines Gemäldes, die Stille vor einer Skulptur — das kann kein Bildschirm ersetzen.
Welche digitalen Projekte haben Sie zuletzt umgesetzt?
Wir haben unsere gesamte Sammlung digitalisiert und frei zugänglich gemacht. Über 40.000 Werke, hochauflösend, mit wissenschaftlichen Kommentaren. Die Nutzerzahlen haben uns überrascht: Täglich greifen Menschen aus über 80 Ländern darauf zu.
