Als Frank Gehrys Guggenheim Museum 1997 in Bilbao eröffnete, war die Stadt eine postindustriale Krisenregion. Heute ist sie eine der meistbesuchten Kulturmetropolen Europas. Der „Bilbao-Effekt" — die transformative Kraft eines ikonischen Gebäudes — ist zum Standardbegriff der Stadtplanung geworden.
Das Museum selbst ist ein Meisterwerk der Dekonstruktion: Titanplatten, die sich im Licht des Nervión spiegeln, geschwungene Formen, die keine rechten Winkel kennen, ein Innenraum, der Kunst und Architektur gleichwertig behandelt.
25 Jahre nach der Eröffnung zieht das Guggenheim Bilbao Bilanz: Über 20 Millionen Besucher, eine Verdreifachung des Tourismus in der Region, und ein Stadtbild, das ohne das Museum undenkbar wäre. Aber der Bilbao-Effekt hat auch Kritiker: Gentrifizierung, steigende Mieten, der Verlust lokaler Identität.
Gehrys Gebäude bleibt ein Meisterwerk — und eine Mahnung, dass Architektur nie neutral ist.